Donnerstag, 14. August 2014
Der Wecker klingelt wieder um 6 Uhr. Frühstück ist schnell gemacht. Mittlerweile feilen wir an unserer Routine, um noch schneller auf der Straße zu sein. Noch vor 8 Uhr sind wir vom Campingplatz runter. Das Shopping Centre hat schon seit 7 Uhr auf, wir brauchen Vorräte für mindestens 4 Tage. Eine Stunde dauert unser ausgedehnter Shopping trip, dann noch tanken. Der Toyota braucht 15 Liter auf 100 km, geht eigentlich. Hat einen 140 Liter Tank, so weit kommen wir damit leider nicht, wir müssen also rechtzeitig ans nachtanken denken.
Die Straße Richtung Newman ist hier extrem stark befahren. Lauter Roadtrains (4 Hänger) und Service Fahrzeuge, Einsamkeit ist anders.


Nach ca. 250 km ändert sich die Landschaft! Die Flüsse führen hier gar kein Wasser mehr, alles trocken. Aus der Ebene ist eine hügelige Landschaft geworden. Mal liegen „rote Murmeln“ rum, mal sind die Berge messerscharf abgeschnitten, mal wieder sanft hügelig.

Leider vergessen wir am Auskie Roadhouse zu tanken, wir rollen fasziniert dran vorbei. Hier steht ein Roadtrain nach dem anderen. Wir fahren jetzt in die Harmersley Range und bekommen schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf den Nationalpark. Hier fahren auch keine Roadtrains mehr!

Wir sind im Karijini NP auf 750 m Höhe angekommen. Die Nächte werden hier wohl kalt werden. Es geht das erste mal über eine längere dirtroad.

Das Camp ist schnell errichtet. Mit allem drum und dran sind wir in guten 15 – 20 Minuten fertig. Wir haben ja 8 Hände die tatkräftig mit anpacken. Unsere Nachbarn sind aus Deutschland, mit 2 Kindern, 2 Jahre alt und das andere 6 Monate alt. Seit 3 Monaten unterwegs – Halbzeit. Die Kinder werden gleich als Spielkameraden in Beschlag genommen.

Danach machen wir uns auf den Weg zum Fortescue Pool, einem Wasserloch ganz in der Nähe, schon nach 800 Meter zu erreichen, also auch für John und den kaputten Zeh gut machbar. Es geht steil bergab in die Schlucht und noch steiler runter zum Rockpool. Ein ebener Pfad führt allerdings weiter zum Fernpool, für den entscheiden wir uns. Der Fernpool sieht noch schöner aus, nicht zwischen schroffen Felsen, die steil nach oben ragen, sondern sanftere Felsen mit Farnen bewachsen.


Eine Leiter führt ins Wasser, wir nehmen die Einladung zum Baden gerne an! Erfrischend kühl, das Wasser ist glasklar und tief. Am anderen Ende ist ein Wasserfall, das Wasser soll schön warm sein. Scarlett traut sich aber nicht zu den Felsen und John ist es im Wasser dann doch zu kalt, also nimmt nur Mick eine Dusche. Nach dem Abtrocknen geht es wieder zurück. Das Laufen wärmt auf und der Aufstieg sowieso. Oben angekommen wärmt auch wieder die Sonne.
Sobald sie allerdings weg ist, wird es recht kalt. Wir essen tatsächlich im Schlafsack!
Freitag, 15. August 2014
Die Nacht war dann auch wirklich lausig kalt. 3ºC. (Der Kühlschrank hatte 5°C!!) Aber mit Sonnenaufgang ist es auch gleich wieder etwas wärmer.

MIck bringt uns heißen Tee und heißen Kakao an den Schlafsack!
Heut wollen wir einige Schluchten erwandern bzw. durchklettern. Über eine Gravel Road geht es zum Weano Gorge. Es geht durch Bushland mit dichtem Spinifex an Termitenhügeln vorbei, dann runter in den Gorge. Ein Bach begleitet uns, am Grund des Gorges wachsen viele Eukalyptus-Bäume. Der obere Gorgeverlauf ist sehr bewachsen mit Schild und Bäumen, die Felsen sind eckig abgebrochen, auch Spinifex wächst hier. Wir kommen an ein Wasserloch, hier müssen wir durchwaten und auf der anderen Seite an einer Felswand entlang kraxeln. Hier wird die Schlucht jetzt dunkler und enger. Die Felsen sind glatt gespült und bieten kaum noch halt. Der Fels ist auch eher grau vom Wasser als noch rot. Hier wächst kaum noch was. Durch einen etwas mehr als Schulterbreiten Gang quetschen wir uns durch. Unten läuft der Bach und lässt die Steine sehr glitschig werden. Am Ende geht es steil runter, sodass ein Handlauf hin gebaut wurde, dass man hier auch wieder raus kommt. Passenderweise heißt der Pool Handdrail-Pool.






Der Aufstieg aus dem Weano Gorge geht dann direkt den steilen Hang über Stufen hinauf.
Noch haben wir Kraft in den Beinen und entscheiden uns auch noch in den Hancock Gorge runter zu klettern. Der Abstieg geht steil über Eisenleitern (gibt ja genug Eisenerz hier). Dann geht es über große Felsen zum Wasserloch. Hier heißt es entweder schwimmen oder an der Wand entlang klettern. Wir lassen all unsere Sachen hier und machen uns auf den Weg.

Der Walk ist noch schwerer als im vorherigen Gorge! Abgekämpft und glücklich fahren wir nach 2 tollen Wanderungen zurück in unser Camp. Nach einem reichhaltigen Abendessen und einer Katzenwäsche gehen wir in die Schlafsäcke. Die Nach ist zwar genauso kalt, aber wir sind besser darauf vorbereitet.
Für die Milchstraße verlassen wir aber nochmal kurz die Wärme und staunen… soweit das Auge sehen kann lauter Punkte am Himmel!

Samstag, 16. August 2014
Die Nacht war kalt, aber machbar. Wir bekommen von Mick wieder einen heißen Tee bzw. Kakao ans Bett gebracht! Was ein Service!
Wir bauen unser Camp ab. Heute Vormittag schauen wir uns noch den Kalamina Gorge an, dann müssen wir leider weiter fahren. Unser Treibstoff reicht sonst nicht für den Weg nach Tom Price, wenn wir hier im Nationalpark noch mehr rumfahren.
So früh morgens ist noch keiner hier. Es ist wirklich still! Es geht wieder steil hinunter in die Schlucht. Es ist gar nicht so tief und unten sehr breit und dicht bewachsen. Rechts sieht man den Wasserfall, der grünblaue Pool ist durch das Gras fast gar nicht zu sehen. Wir machen uns auf den Weg rechts rum tiefer in den Gorge hinein. Nachdem wir uns durch das Spinifex über große Felsen durchgeschlagen haben, laufen wir wieder über den blanken Fels des Gorges. Der Bach plätschert in der Mitte über kleine Wasserfälle. Ein wenig grünes Ufergewächs ist immer noch da. Die Wände werden immer höher, roter, steiler. Toller Farbenmix mit dem blauen Himmel dazu und den weiß-grünen Ghost Gumtrees am Rande der Schlucht. Die Rockpools werden jetzt immer tiefer, der Creek immer breiter und unser Weg zum laufen immer enger. Irgendwann kommen wir an eine enge Stelle an der wir weiter schwimmen müssten. Der Fels bietet jedenfalls keine Möglichkeit weiter zu klettern. Wir rasten, essen und trinken was, dann wandern wir zurück. Und John wandert tapfer mit! Der gebrochene Zeh schmerzt kaum noch!Bevor wir aus dem Gorge wieder rausklettern, kühlen wir noch unsere Füße im Rockpool am Wasserfall.




Wir verlassen den Karijini Nationalpark und fahren nach Tom Price, wir brauchen Diesel. Hier fahren wir dann auch noch auf den Mt. Nameless. Den zweithöchsten Berg von W.A., der höchste Berg, der mit einem Fahrzeug zu befahren ist (1.1016m). Den Hänger müssen wir unten lassen, dann geht es 4WD steil nach oben. Ein toller Ausblick auf die weite unendliche Natur, nur zu der einen Seiten. Auf der andren Seiten haben wir den perfekten Blick auf die Tom Price Mine, auch beeindruckend die Größe, wenn auch auf einen andere Weise.




Wir nehmen von hier aus den shortcut über 80km gravelroad Richtung Highway zurück zur Küste. Dort finden wir einen netten Platz hinter Bäumen für die Nacht. Von Sonnenuntergang bis -aufgang verschwinden wir in unseren Schlafsäcken nach einer Katzenwäsche und einer Linsensuppe. Die Nacht ist hier hoffentlich nicht so kalt. Zumindest kühlt es sich nach Sonnenuntergang schon nicht so schnell ab.

~ Arah OHara ~